Potenzial erneuerbarer Energien

Da allein schon die täglich auf die Erde eingestrahlte Sonnenenergie um einige Größenordnungen über dem menschlichen Bedarf an Energie liegt, braucht man sich um das Gesamtpotenzial der erneuerbaren Energie keine ähnlichen Sorgen wie bei fossilen Brennstoffen oder atomaren Brennstoffen machen. Das Wort "Potenzial" ist im Unterschied zur Bedeutung in der Physik (siehe potenzielle Energie) hier als Verfügbarkeit zu verstehen. Der Begriff "erneuerbare Energie" ist wie auch "Energiequellen" gut eingebürgert. Beides widerspricht dem Energieerhaltungssatz der Physik. Wissenschaftler würden lieber von der "Verfügbarkeit nachhaltiger Energie" sprechen.

Die wesentlichsten nachhaltigen als erneuerbar bezeichneten Energiequellen sind Bioenergie (Holz, Biomasse, Energiepflanzen), Geothermie (tief oder oberflächennah), Solarenergie (Photovoltaik, Solarthermie), Wasserkraft und Windenergie.

Beim Anteil erneuerbarer Energien (EE) sind Anteile an der Primärenergie und an der Elektroenergie zu unterscheiden. Der Anteil erneuerbarer Energien (RES = renewable energy shares) an der Primärenergie ist in den Staaten der EU sehr unterschiedlich. In der oben stehenden Graik aus dem statistischen Pocketbook 2018 der EU (Daten beziehen sich auf 2016) ist der prozentuale Anteil erneuerbarer Energie an der der Primär-Energie-Träger grün markiert. Die 1. Säule links entspricht dem Mittelwert von 28 EU-Staaten. Die Werte für Deutschland stehen in der 6. Säule.


Der aktuelle Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland ist in den folgenden zwei Grafiken dargestellt, die einem Bericht des Umweltbundesamtes von 2018 entnommen worden sind. Die erste Grafik zeigt die Entwicklung der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2016.

Bei der Stromerzeugung haben im Jahre 2017 die erneuerbaren Energien in Deutschland einen Anteil von 36,2 % erreicht. Ziel der Bundesregierung war es, dass der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung auf mindestens 35 % im Jahre 2020 steigt (schon 2017 erfüllt) und danach aller zehn Jahre um weitere 15 % bis 2050 auf 80 % erhöht wird.

Die Grafik oben zeigt etwas genauer die Aufteilung des Beitrags erneuerbarer Energiequellen zum deutschen Elektroenergieverbrauch 2017.

Am Ende präsentieren wir zwei sehr gegensätzliche Vorstellungen über die Energieversorgung in der Zukunft. Der oben abgebildete im Jahre 2018 veröffentlichte Exxon Energy Outlook (A view to 2040) stellt sich die Anforderung an die vier wesentlichen Anteile primärer Energie, darunter Elektroenergie, noch mit einer Dominanz fossiler Energieträger dar.

Im Energiekonzept 2050 ist 2010 vom ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) "Eine Vision für ein nachhaltiges Energiekonzept auf Basis von Energie-Effizienz und 100 % erneuerbaren Energien" für Deutschland dargestellt worden, siehe Abbildung unten. In der Vision sinkt der Anteil der fossilen Brennstoffe einschließlich Kernenergie aber mit der Ausnahme von Erdöl schon bis 2030 und geht dann bis zum Jahr 2050 auf null. Nach 2050 wird die gesamte Primärenergie und damit natürlich auch die Elektroenergie aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen.

Die Vision übertrifft deutlich das Ziel der Bundesregierung, einen EE-Anteil von 60 % am Bruttoenergieverbrauch  im Jahre 2050 zu erreichen.

 


Letzte Änderung: 02.01.2019